Wie es einmal war ...


Das Areal war viele Jahre Produktionsstandort der Firma „P.D. Rasspe Söhne“. Die gewerbliche Tätigkeit des Unternehmens reicht zurück bis in das Jahr 1827. Von der Herstellung von Stiefeleisen wandelte sich Rasspe zum größten Werk für „Bestandteile landwirtschaftlicher Maschinen sowie Sägen und Messer für das Großgewerbe“, so heißt es in einer Firmendarstellung aus dem Jahr 1923.

Mit der Modernisierung der Fertigung und der Erschließung neuer Absatzmärkte stieg das Sortiment auf rund 30.000 Produkte an. Exportiert wurde seit den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltweit. 1926 arbeiteten am Standort Stöcken 17 rund 640 Mitarbeiter für das Unternehmen. Dabei stach Rasspe wie viele Unternehmen dieser Zeit als echte „Arbeitgebermarke“ hervor. Die Firma bot ihren Mitarbeitern eine eigene Betriebskrankenkasse, Werkswohnungen, ein Unternehmensstift mit regelmäßigen Gottesdiensten, Vorträgen und Näh- und Flickstunden, einen Werkschor sowie einen betriebseigenen Sportverein.

Seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts veränderte sich der Markt landtechnischer Produkte. Zudem nahm die Zahl der bäuerlichen Betriebe in Deutschland und Europa ab. Produktneuentwicklungen konnten den Umsatzrückgang bei Rasspe nicht auffangen. 1999 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Zur Jahrhundertwende wurde der operative Teil des Familienunternehmens von einer mittelständischen Unternehmensgruppe unter Führung der Gebr. Schumacher GmbH übernommen. Unter "Rasspe Systemtechnik" führte man das Unternehmen bis 2009 am Standort weiter fort und siedelte 2009 um nach Wermelskirchen. Vergeblich versuchte der Insolvenzverwalter, das Gelände zu veräußern. So wurden Grund und Boden in Stöcken 17 nach Entlassung aus der Insolvenzmasse „herrenlos“. Seitdem fristete das Areal das traurige Dasein einer Industriebrache. In einem Bieterverfahren des Landes NRW erhielt die Wirtschaftsförderung Solingen jetzt den Zuschlag, das Gelände mit einer Fläche von über 60.000 qm als Gewerbegebiet zu reaktivieren. Damit beginnt das Comeback für „Stöcken 17“!